November 2007 - Weiterbildung

Welcher Hundebesitzer kennt das Problem nicht: Plötzlich kommt das Monster angerannt, hebt mit schmerzleidendem Gesicht das Pfötchen: Auaaaaaa! Es blutet Frauchen! Oder noch schlimmer (wie uns vor einiger Zeit passiert), Hundi rennt fröhlich über die Wiese und ist auf einmal von oben bis unten voller Blut (kommt bei unseren weißen Hunden besonders gut!). Oder es hat eine Beisserei gegeben. Oder einen Autounfall. Oder Hitzschlag. Oder Insektenstich ins Maul. Oder oder oder....
Was dann? Wenn’s nicht so weit und so schlimm ist, ab nach Hause und einen Verband angelegt. Oder? Doch sofort zum Tierarzt? Hm, der Liebling blutet “wie Sau”, alles verschmiert. Mensch, was mach ich bloß...?
Wenn’s nicht so schlimm ist wird jeder schon mal einen Verband angelegt haben, aber schon haben wir das nächste Problem: Das blöde Ding rutscht sofort wieder runter. Mist! Unnu?

Für alle diese Dinge hat das Herrchen von unserer Ninja, der ja bekanntermaßen Tierarzt ist, einen
1. Hilfe Kurs für Hundebesitzer angeboten. Klar habe ich zugesagt und bin nach Halle gefahren. Als Übungsobjekt habe ich unsere Pepper mitgenommen (natürlich hatte ich auch ein bißchen “Familienzusammenführung” im Hinterkopf ;-))
So haben sich in der Tierarztpraxis Dr. Janssen 6 interessierte Hundebesitzer, Dr. Janssen selbst, die Sprechstundenhilfe Kerstin Schüler und ihr Hund Sky (als 2. Übungsobjekt) eingefunden.

Dr. Janssen und Sky: Er pieckt gar nicht! Hat er versprochen!

Es gab zuerst einen interessanten Vortrag was wann zu tun ist, wie man z.B. Schockzustand erkennt, wie man Hunde wiederbelebt, was man nicht tun sollte und wann man unbedingt zum Tierarzt muss. Danach ging es an den praktischen Teil. Dr. Janssen hat an Sky das richtige Anlegen von diversen Verbänden Wie man verhindert, dass es rutscht!: Tipps und Tricks aus der Praxis.erklärt und dann mussten alle selber ran. Wie wickelt man eine Pfote fachgerecht ein, wie versorgt man eine Kopfwunde oder ein blutendes Ohr, wie macht man einen gut sitzenden Druckverband, wo fühlt man am Hund den Puls, alles durfte geübt werden. Pepper mit Druckverband: Achtung! Der Hund muss auch mal Pipi!

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Zwischenfragen jeder Art waren erwünscht und so haben wir alle Dr. Janssen gelöchert. Wie kriegt man Polsterwatte zwischen die Ballen an den Pfoten und wie wickelt man Druckverband um den Körper ohne dass der Hund erstickt. Vor allem das “Selbermachen” wirkt nachhaltig. Die beiden Übungshunde haben sich mit zig Metern Polsterwatte und Klebeband einwickelnööööö, ich hör nix mehr! lassen und waren nachher froh, dass sie wieder vom Behandlungstisch runter durften. Natürlich wurde jeder erfolgreich angelegte Verband mit mehreren Leckerlis angemessen belohnt (so konnte Pepperli auf das Abendessen an dem Tag verzichten!Parson mit Kopfschmuck :-) Schick, zweckmäßig und rutscht gar nicht!).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Kurs hat richtig Spaß gemacht. Das Wichtigste bei allen Maßnahmen: Immer die Ruhe bewahren!

Ich habe sehr viel gelernt! Hat z. B. jemand gewußt, daß bei Insektenstichen ins Maul die richtige Erstversorgung ein Eis am Stiel ist (für den Hund, nicht das Herrchen!), Geschmacksrichtung egal.

Wir haben alle noch eine kleine Notfallverbandsausrüstung mitbekommen und Pepper war heilfroh, nachher mit Ninja und Micky durchs Wohnzimmer toben zu dürfen.

Mama, Mama, er hat gar nicht gepieckt!

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